Interaktive audiovisuelle Medieninstallationen im sonderpädagogischen Kontext: Im Wintersemester 2019/2020 und im Sommersemester 2019 entwickelten Trossinger und Furtwanger Studierende besondere Interaktionsformen für die Bregtalschule Furtwangen – ein Zentrum für Menschen mit physischen und psychischen Beeinträchtigungen. Im Juli 2019 wurden die Klanginstallationen an die Bregtalschule übergeben und finden seither Anwendung im Musikunterricht oder als offenes Angebot in Pausensituationen.

Im engen Dialog mit Schülerinnen, Schülern und Lehrenden der Bregtalschule sowie unter Begleitung von Prof. Dr. Norbert Schnell und Andreas Brand konzipierten und realisierten die Studierenden unterschiedliche Installationen. Alle Vorhaben entstanden mit dem Ziel, mithilfe digitaler Medien unkonventionelle Klanginteraktionen für Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Einschränkungen zu erproben – im Sinne barrierearmer Selbstwirksamkeit als auch im Sinne spielerischer Förderung von Bewegung und Koordination.

Bällebad
Die Bällebad-Installation von Andreas Förster ergänzt ein herkömmliches Bällebad durch eine akustische Komponente. Unterschiedliche Bewegungsmuster korrespondieren mit Wasserklängen, mystischen Unterwasserwelten und Überwasserwelten mit hohem Wellgengang.

eHang
Die eHang von Peter Bandle greift das Prinzip einer herkömmlichen Hangdrum auf, funktioniert aber rein digital. Mithilfe kapazitiver Sensoren kann sie auch von Menschen mit motorischen Einschränkungen gespielt werden, die das herkömmliche Instrument nicht spielen können. Zudem besteht die Möglichkeit die eHang mit verschiedenen Klängen zu spielen (charakteristischer Hangdrum-Sound, perkussive Klänge, in der Bregtalschule aufgenommene Alltagsgeräusche, …).


Peter Bandle und seine eHang

Soundball
Tanita Deinhammer entwickelte einen Klangball, der sportliche Aktivitäten mit akustischem Feedback verbindet.

Sternenhimmel
Der Snoezelraum der Bregtalschule erhält eine weitere Komponente: Der interaktive Sternenhimmel – entwickelt von Andreas Förster und Christina Komesker – ist eine aktive Erweiterung des sonst passiven Snoezel-Konzepts. Mittels einer Taschenlampe werden über einer Ruhezone angebrachte Sternbilder zum Leuchten und Klingen gebracht.


Der interaktive Sternenhimmel bei einer Projektpräsentation mit Schülern der Bregtalschule

Rising Sound
Leonie Eder vertont mit ihrer Installation geduckte und aufgerichtete Bewegungen einer Person. Ob sich groß oder klein gemacht wird, korrespondiert unmittelbar mit Lautheit, Intensität, Frequenzgang des dazu entwickelten Soundkonzepts.

Mehr zum Projekt auf dem IAVI Projektblog.

Für das Gelingen des Projekts gilt besonderer Dank:
Jürgen Dicke-Bonk (Schulleiter der Bregtalschule), Monika Biewald (Musiklehrerin an der Bregtalschule) sowie dem gesamten Studierendenteam Peter Bandle, Tanita Deinhammer, Antony Britz, Leonie Eder, Jaqueline Köche, Leah Kappelmann, Andreas Förster, Christina Komesker