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Musikhochschule Trossingen Fachhochschule Furtwangen

Musikdesign (Bachelor of Music) ist ein Studiengang an der
Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen in Kooperation
mit der Hochschule Furtwangen/Fakultät Digitale Medien.

Nosferatu Stummfilmvertonung

Seit April 2014 betreut der Musikdesigner Andreas Brand ein vielversprechendes Projekt des Ensembles Open Source Guitars, das nun endlich der Öffentlichkeit präsentiert wird:

Nosferatu (Stummfilm 1922, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau)

Livemusik: Ensemble „Open Source Guitars“

Hochschule für Musik Trossingen

Prof. Michael Hampel / Andreas Brand, Leitung

NOSFERATU

D 1921  R: F.W. Murnau, B: Henrik Galeen nach „Dracula“ von Bram Stoker, K: Fritz Arno Wagner, D: Max Schreck, Greta Schröder, Ruth Landshoff u. a., 95 min. Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu”, die erste Dracula-Adaption der Filmgeschichte und gleichzeitig die charismatischste, gilt als einer der künstlerisch wertvollsten deutsche Filme aller Zeiten. Mit seiner poetische Bildsprache, revolutionären Naturaufnahmen, dem Spiel von Licht und Schatten und dem unvergesslichen Titeldarsteller Max Schreck repräsentiert der Stummfilm als wichtigster Film der Weimarer Republik den deutschen Expressionismus und reflektiert auf poetisch-psychologischer Ebene die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs und die Wirren der Nachkriegszeit.

Der Originaltitel „Nosferatu-Eine Sinfonie des Grauens“ trägt den Bezug zur Musik bereits in sich. Das Ensemble „Open Source Guitars“ lässt in seiner Livevertonung  eine vielschichtige Musik entstehen, gespielt auf klassischen wie elektrischen Gitarren und verwendet auch digital erzeugte Klänge. Die Musik wechselt zwischen komponierten und improvisierten Abschnitten. Sie korrespondiert sowohl mit der bedrohlich-grauenhaften wie auch einer alles durchdringenden mystischen Grundstimmung und greift die expressive Gestik und die Kontraste aus übersteigertem Tempo und erstarrender Bildsprache mit musikalischen Mitteln auf.

Musikdesign auf SWR2

Ein Beitrag über den Studiengang Musikdesign wurde am 26.08.2014 auf SWR2 ausgestrahlt.

Hier der Beitrag zum Nachhören:

Musikdesign auf SWR2

New Noise – Musikdesign in Concert

new noise

Auf der Hinterbühne des Theaters am Ring in Villingen-Schwenningen werden am Mittwoch, dem 16. Juli 2014 ab 20:00 Uhr von Musikdesignern abseits ausgetretener Pfade auf der Suche nach der akustischen Zukunft immer neue Klangwelten erobert.
‘NEW NOISE’ lässt eintauchen in Sphären, in denen Nähmaschinen, Schlagbohrer oder auch das Brummen elektrischer Spannung gleichberechtigt neben Blas- und Streichinstrumenten stehen. Eigenkompositionen der StudentInnen vereinen klassisch-orchestrale Besetzungen mit neuartigen Formen der Klanggenerierung und bieten somit grenzenlose Musik für grenzenloses Hören.
Auch die Themen des Abends zeugen von umfangreicher Bandbreite und sehr individuellen Denkansätzen, die sich nicht nur in Klangästhetik, sondern auch in einer teils subversiven Aufarbeitung kritischer bis persönlicher Inhalte präsentieren. Das Konzert bietet also reichlich spannendes Material für ein Publikum, das sich auch gerne einmal herausfordern lässt.

Das Programm besteht aus:

50 Hz
– Vom Klang elektromagnetischer Felder
von Peter Breitenbach

Ertrunken in Technik
– Eine Improvisation mit Live-Programmierung
von und mit Jan Freymann, Jan Wegmann, Ronald Freyenschlag, Lukas Nowok

Five Spots
– Cyber Dialogue
– Game Trailer Halo 5
von Jonas Obermüller
– Autowerbung (Oxfam)
– Tankstelle (Oxfam)
von Benjamin Grau und Ronald Freyenschlag
– ADC
von Felix Barbarino und Leo Frick

sTÖrUnG
– Vom Klang kaputter Geräte
von Jan Wegmann

Verschweigen
– Eine Komposition in drei Akten für Stimmbänder und selbstgebaute Pseudoinstrumente
von und mit Ronald Freyenschlag

Oświęcim
– Ein akustischer Erfahrungsbericht
von und mit David Hill

Manie-fest
– Eine Hörspielproduktion nach einer Geschichte von Pablo Walser
von und mit Dirk Handreke und Benedikt Sailer
Valentin Maier, Akkordeon

meta|ohr|phasing
– Eine Improvisation für Analoge Modular Synthesizer, Udu-Drum und Gitarre, verbunden in analogen und digitalen Signalprozessen
von und mit David Hill, Dirk Handreke, Grischa Kursawe, Benedikt Sailer

Detonation
– Musik für großes Kammerensemble
von Smiljana Nicolic
Ensemble „Sinfonietta“ der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen
Leitung: Sven Kiebler

So klingen die ADC-Nägel: Musikdesigner kreieren “Titel-Sound” der renommierten ADC Junior Awards Show

adc_artikelFür Felix Babarino und Leo Frick ging bereits in ihrem zweiten Semester ein Sounddesign-Traum in Erfüllung: Bei einer bedeutenden Preisverleihung die klangliche Gestaltung zu übernehmen, ist eine große und umfangreiche Aufgabe und doch die Chance, konzeptionell und gestalterisch zu glänzen.
Jedes Jahr kürt der Art Directors Club Deutschland (ADC) den deutschen Kreativ-Nachwuchs in einer glamourösen Junior Awards Show, Leo und Felix haben den innovativen Sound zur Veranstaltung kreiert. Hinter dem ADC steckt ein Zusammenschluss führender Kreativer aus den Bereichen Werbung, Design, Digitale Medien, Editorial, Event und Kommunikation, auch um den Hochschulbereich und den Nachwuchs der Branche ist der ADC sehr bemüht. 01_a_nagel-scaled10003 Die begehrten Trophäen haben die Form von Nägeln, Anreiz genug, um die gesamte Musik der Show mit Sounds zu komponieren, die aus tatsächlichen Nägeln unterschiedlichster Art und Größe gewonnen wurden. Nach einem ausgiebigen Beutezug im Baumarkt waren Felix und Leo im Besitz ihres Materials: 60 KG Nägel vom kleinsten bis zum größten erhältlichen Modell, die nur darauf warteten, klanglich-musikalisch erforscht zu werden. Für die Aufnahmen haben sie den Nägeln das Äußerste abverlangt: Sie wurden in Holz gehämmert, zersägt, mit einem Geigenbogen oder Plektrum angespielt, auf den Boden geworfen, geschüttelt, als Glockenspiel benutzt, auf ein Becken gelegt – die Liste der Möglichkeiten, auch handelsübliche Nägel als Musikinstrument zu benutzen, ist lang, wenn man seiner Kreativität freien Lauf lässt. „Wir wollten etwas erschaffen, worauf wir auch selbst Lust hatten, das ausgefallen, innovativ und einfach unser Ding ist“, erklärt Leo Frick den Ansatz des Sounddesigns.
Fünf Kompositionen sind aus dem unter vollem körperlichen Einsatz aufgenommenen Soundmaterial entstanden, die in der Veranstaltung als Eröffnungsmusik, Fanfare und zur Übergabe der Awards eingesetzt wurden. Hier sei die große Herausforderung gewesen, den verschiedenen Awards, die als Bronze, Silber und Gold-Nägel vergeben werden, jeweils einen eigenen Sound zu verleihen, der sich entsprechend noch steigert in Intensität, Brillanz und Einprägsamkeit. Ein weiterer Teil des Konzepts war die musikalische Umsetzung des Namens der Veranstalter, die Buchstaben A, D und C können ebenso als Musiknoten verstanden werden. Bei der Reflexion über diese Tonfolge haben die Studenten vielfältige Variationen erstellt, die als „DNA des ADC“ und klangliche Übersetzung des Namens in der gesamten Soundkulisse der Veranstaltung leitmotivisch wiederzufinden waren. Als finales Highlight wurde ein
Link“Making-of Video” gezeigt, das die Entstehung der Nagel-Sounds dokumentiert und Einblick in die Arbeit der Musikdesigner bietet.
Zwei Monate Arbeit haben Felix Barbarino und Leo Frick in die Ausarbeitung der Sounds investiert – betreut wurden sie vom Studiengangsleiter Prof. Florian Käppler, seinerseits langjähriges Mitglied der ADC-Jury im Bereich Kommunikation im Raum. Unterstützung erhielten sie auch durch Texte aus der Feder Dustin Stupps, Student der Kommunikation & Medien an der FH Düsseldorf, der Profi-Sprecher Johannes Steck erklärte sich bereit, die Performance der Texte für den Opener zu übernehmen, gemastert hat der Musikdesign-Dozent Jürgen Swoboda. Ein Projekt, das weit über den studentischen Rahmen hinausgeht und erste spannende Einblicke in die Berufsperspektiven für Musikdesign-Absolventen bietet. Nicht zuletzt war die Einladung, selbst an der Awards Show teilzunehmen, eine großartige Chance für die Studenten, um Kontakte zu knüpfen und das Netzwerk zu pflegen. Im nächsten Jahr planen die beiden wieder vor Ort zu sein – dann aber in den Reihen der Nominierten, da das Soundprojekt selbst in den Wettbewerb eingereicht werden soll.

Zurück zum Ursprung: Analoge Klangsynthese

Freitag, der 9. Mai 2014 war ein großer Tag für Liebhaber der elektronischen Klanggestaltung.

Florian Zwißler, vielseitiger Soundbastler, Vermittler und Redakteur im Bereich der Musik, gestaltete für Musikdesign einen Workshop über analoge Klangsynthese. Es gab dabei allerdings nicht nur zu erfahren, wie ansprechender Sound aus modularen Systemen wie den hierfür verwendeten Doepfer A-100 gewonnen werden kann, sondern auch philosophische Grundfragen aus der Thematik wurden behandelt:

Wie sind analoge Synthesizer als Instrumente zu betrachten oder verwenden?

Wo beginnt Synthese und was gehört dazu?

Sind Musique Concrète und das Abspielen sowie Entfremden von Tonbändern ein Teil davon?

Nach einem ausführlichen Einblick in analoge Klangwelten wurden diese schließlich auch aktiv erfahren. Verschiedene Patches wurden durchprobiert, immer auf der Suche nach spannenden Einstellungen und Sounds.

Dass dabei großartige Ergebnisse entstanden und das Interesse der Studierenden an Modularsystemen intensiv gesteigert wurde, wird auch der Öffentlichkeit am 11. Juni 2014 im Zuge der diesjährigen Musikdesign-Werkschau im Kesselhaus Trossingen erstmals präsentiert, wo auch die Doepfer-Synthesizer wieder zum Einsatz kommen. Freunde gelungener Klangschöpfungen sollten dabei nicht fehlen.

Traditionelle Musik trifft auf elektronische Klänge

Auf den Spuren Marco Polos:

Für das Projekt ‘Seidenstraße XXI’ reisten Ende April mehrere Musikdesigner in Begleitung von Luís Pena gemeinsam mit der Abteilung für Alte Musik an der Musikhochschule Trossingen, deren künstlerische Leitung Lorenz Duftschmied inne hat, nach China. Ziel des musikalisch-kulturellen Austauschs ist, in einer Zusammenarbeit mit dem Orchester für traditionelle chinesische Musik der Universität Nanchang die verschiedenen Stationen entlang der Seidenstraße musikalisch nachzuzeichnen.

Durch das Projekt „Seidenstraße XXI“ trat der seit fünf Jahren bestehende rege Kulturaustausch zwischen Nanchang und Trossingen in eine neue intensive Phase. Auf der ‘Seidenstraße’, die seit Jahrtausenden den Westen mit dem Fernen Osten verbindet, näherten sich die beiden Zielpunkte China und Europa Schritt für Schritt. So stand der Reisende nicht verblüfft und mit mangelndem Verständnis vor einer fremden Kultur, ihm erschloss sich ganz im Gegenteil die Harmonie fremder Kulturen in all ihren Schattierungen, Ton für Ton. Musik als Urform der Konversation räumt die Barrieren von Zeit, Raum, Konvention und Politik aus dem Weg und trägt im Goetheschen Sinn zum tiefen Verständnis von Kunst als Vermittlerin des Unaussprechlichen im Menschen bei.

Da jede Form von aufgeschriebener Musik, von fertiger Komposition, regionale Vorkenntnisse voraussetzt, wurde im Projekt Seidenstraße der spontan-künstlerische Schaffensprozess der Improvisation gewählt. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler erfuhren diese Spontanität als Befreiung und Erleichterung hinsichtlich der Möglichkeiten der Konversation. Das geflügelte Wort „Es ist eigentlich viel leichter, Musik zu sprechen als Chinesisch (oder Deutsch)“ macht die Runde. Dabei können alle Mitwirkenden die Vorzüge ihrer künstlerischen Sprache, Instrumente und Persönlichkeiten behalten und in den Dienst eines großen Gemeinsamen stellen.

Das Überschreiten der engen Grenzen musikalischer Grammatik, der unterschiedlichen Tonarten von der Pentatonik Chinas über die orientalischen Maqamen bis hin zu den alten Kirchentonarten Europas stellte eine besonders reizvolle Aufgabe dar.

Der volle und überaus produktive Zeitplan bestand nach einer Pressekonferenz und zahlreichen Workshops vor allem aus der Entwicklung von Performances, Probeterminen und schließlich auch zwei gemeinsamen Konzerten, die in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielseitigkeit das Publikum begeisterten. Nachdem das Projekt und somit die Partnerschaft der beiden Universitäten schon einige Jahre besteht, führte diesmal vor allem die noch innigere Verzahnung der drei Abteilungen für positives Erstaunen.

Wissensaustausch erfolgte in genannten Workshops vor allem in Bezug auf die verwendeten Instrumente der verschiedenen Kulturen. Vorgestellt wurden dabei Kong hou, die chinesische Form der Harfe, genauso wie Nyckelharpa, Viola da gamba, der Basso Continuo und Gesang in der Alten Musik. Zusätzlich präsentierten Musikdesigner das Thema des musikalischen Noise, universitäre Ausbildung zum Aufnahmetechniker in Europa sowie eigene Kompositionen.

Zur fruchtbaren Zusammenarbeit hat vor allem das positive Arbeitsklima und die inzwischen guten Freundschaften zwischen den doch sehr unterschiedlichen MusikerInnen beigetragen. Als letzte gemeinsame Station vor dem ‘Seidenstraße XXI’-Abschlusskonzert, das am 24. Oktober in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin stattfinden wird, gab diese Arbeitswoche also einen guten Vorgeschmack und Feinschliff für das große Finale.

Ein großer Dank geht abschließend noch an die GastgeberInnen in Nanchang für ihr grenzenloses und gelungenes Bestreben, den Aufenthalt für alle so angenehm wie möglich zu gestalten.

“Ich bin am Bahnhof geboren…”

Aschaffenburg und dessen Vorzeigekünstler Ernst Ludwig Kirchner kennenzulernen erfordert Zeit. So war es auch wenig verwunderlich, dass der Kooperationspartner Udo Breitenbach, Vorsitzender im KirchnerHAUS e.V., für das sogenannte ‘Kirchner-Projekt’ am 9. und 10. Mai zu einem zweitägigen, intensiven Workshop lud.

Dem Bahnhof gegenüber steht ein unscheinbares, gelbes Haus mit kleinem Balkon als Kontrast zu einer belebten Einkaufsstraße. Die von Dampflokomotiven und Pferdekarren geprägte Szenerie der damaligen Güterverladungen sind denen des Konsums gewichen, einem Gemisch aus reger Unterhaltung, den Gerüchen zahlreicher Gastronomiebetriebe und dem unaufhörlichen Lärm von Autos und Bussen.

Dennoch lässt sich von der Fußgängerbrücke, die sich über die Gleise des Bahnhofs erstreckt, noch die damalige Atmosphäre erahnen; das Pfeifen, Zischen und stetige Stottern der Züge sowie die harte Arbeit der Verladungen, die hier stattfanden. All die Bewegung, die den jungen Kirchner zum Zeichnen inspirierte, ihn fast dazu zwang, alles bildlich festzuhalten, was vor seinen Augen geschah.

Bei diesem unscheinbaren, gelben Gebäude vor dem Bahnhof handelt es sich um das Geburtshaus des Malers, in dem durch multimediale Ausstellungen eben diese prägende Atmosphäre und die Kindheit Kirchners erlebbar gemacht wird. MusikdesignerInnen sorgen hierbei für den notwendigen Klang und machen es sich zur Aufgabe, die Klänge und damit transportierten Gefühle der damaligen Zeit einzufangen, um die BesucherInnen in das späte 19. Jahrhundert zurückzuversetzen.

Eine authentische Umsetzung dieser Aufgabe erfordert einiges an Vorkenntnissen – so bestand der Workshop nicht nur aus ausführlichen Erzählungen über Ernst Ludwig Kirchner und dessen Kindheit, sondern vor allem auch informationsreichen Führungen durch das Haus, über den Bahnhof und in die umliegenden Parkanlagen sowie das Schloss Johannisburg, in dem ebenfalls Originale Kirchners ausgestellt sind.

Aus den zahllosen gewonnenen Eindrücken entstanden viele verschiedene Ideen und Konzepte, aus denen in den nächsten Wochen ein sicher überzeugendes Klangkonzept mit gelungener Umsetzung entstehen wird.

Kick-off Kirchner-projectKick-off Kirchner-Sound-Projekt

Rege Teilnahme fand das Kick-Off-Meeting zu einem im Sommersemester stattfindenden Projekt gemeinsam mit dem Verein KirchnerHAUS e.V., zu dem Udo Breitenbach lud. Eine sich dem Künstler Ernst Ludwig Kirchner widmende Ausstellung in dessen Geburtshaus soll dessen Leben und Arbeiten nicht nur auf visuelle, sondern vor allem auch haptische und klangliche Weise näherbringen – eine inklusive Ausstellung also, die Kirchners Malerei blind erfahrbar macht. Dazu werden von den MusikdesignerInnen Klanginstallationen in mehreren Räumen erstellt, die sich vor allem der prägenden Kindheit des Künstlers widmen, beispielsweise seiner durch den Alltag am angrenzenden Bahnhof entwickelten Liebe für Bewegung oder dem Trauma, das die Kriegserzählungen seiner Amme ihm angedeihen ließen.

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On the black magic of NoiseVon der schwarzen Magie des Noise

Wenn Derek Holzer alias Macumbista seine Perspektiven von Musik vermittelt, erfasst den Raum, in dem dies passiert, erst einmal andächtiges Schweigen. Präsentiert er dazu dann noch eines seiner selbstgebauten Instrumente, kann man Glänzen in den Augen so mancher Musikbegeisterter entdecken.

Neanderthal Soundbox nennt sich eine dieser Kreationen, die Musikdesigner am 17. und 18. Januar gemeinsam mit Derek nachbauen konnten. In einem zweitägigen Workshop wurden sowohl elektrotechnische Grundlagen erklärt als auch Noise-Generatoren entworfen und gebaut.

Die Ergebnisse wurden am Samstagabend in einem öffentlichen Konzert im Hans-Lenz-Haus der Hochschule präsentiert und danach auch noch ausgeführt, um die Pause des an diesem Abend ebenfalls stattfindenden Neujahrskonzertes musikalisch aufzuwerten sowie Interessierten Innenleben und Funktionsweise der Soundboxes zu zeigen.

Characters! – An adventurous workshop with Marcel DurerCharacters! – Ein abenteuerliches Seminar mit Marcel Durer

“Der Protagonist eurer Story hat bis jetzt eigentlich nur Gegenspieler”

Was als Konzept eines Adventure-Games erst einmal spannend klingen mag, bringt in der praktischen Umsetzung möglicherweise Motivationsprobleme mit sich, ist eine der ersten Lektionen von Marcel Durer, einem Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg und mitverantwortlich für beispielsweise SHIFT – Tales of the Sentinels. Dieser erklärte sich bereit, an der HFU Furtwangen ein Seminar über Charaktergestaltung abzuhalten, das bereits nach fünf Minuten für diese entscheidende Erkenntnis sorgte.

Im Zuge eines in Zusammenarbeit zwischen Studenten aus Furtwangen und Trossingen entstehenden Audioventure, also einem rein auf auditiver Ebene funktionierenden Adventure-Game, beleuchtete Marcel die wichtigsten Funktionen und Eigenheiten lebendiger und fesselnder Charakterentwicklung in der Erarbeitung fiktiver Storylines.

Geleitet wird das Projekt von den Professoren Florian Käppler und Jirka Dell’Oro-Friedl, die dem Seminar ebenfalls beiwohnten und für belebten Diskurs sorgten. Es gilt, ein Spiel für Mobiltelefone zu entwickeln, das sich so gut wie möglich selbst erklärt und somit ohne oft den Spielfluss beeinträchtigende Erzählungen auskommt. Die Anzahl der Charaktere soll spartanisch ausfallen und trotzdem eine Immersion erzeugen, die der von großen filmischen Vorgängern wie ‘2001: A space odyssey’ oder ‘Moon’ ähnelt.

Nachdem die Aufgabenstellung keine leichte ist, begleitet Marcel auch weiterhin die Entstehung der Geschichte. Das Ergebnis wird somit sicher ein sehr ansehnliches.

The Perfect WomanThe Perfect Woman

Wenn von einer perfekten Frau die Rede ist, fallen sofort unzählige Namen berühmter Schauspielerinnen, Musikerinnen und Models. Wir werden laufend mit Idealbildern überschwemmt, denen wir uns so gut wie möglich anzupassen haben, um auf keinen Fall Angriffsfläche zu bieten für als vollkommen normal und akzeptabel angesehene Zurechtweisungs- und Reduktionswerkzeuge, angefangen bei Fat Shaming über Slut Shaming bis hin zu sogar Victim Blaming.

Kritisch auseinandergesetzt haben sich mit diesem gesellschaftlichen Problem Lea Schönfelder und Benedikt Haas vom Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg sowie Peter LU vom UCLA Game Lab. In ihrem Kinect-Spiel The Perfect Woman verrenkt man sich in dem Versuch, ein möglichst perfektes Leben zu führen, um dabei allerdings herauszufinden, dass nicht die Gesellschaft es ist, die entscheidet, was gut für jemanden ist, sondern man selbst.

Die Klangebene stammt von den Musikdesignern Dirk Handreke, Frank Simper, Ingo Feuker, David Hill, Lukas Nowok, Luigi-Maria Rapisarda, Jonas Schwall, Steffen Thum und Leo Frick, die das Spiel auch soundtechnisch zu einem sehr schönen Erlebnis gemacht haben.

Dass das Projekt bereits beim Kickoff mit viel Spaß verbunden war, kann den Fotos hierzu entnommen werden:

Musikdesign-Programm „Sound – Silence – Space” bei der stuttgartnacht 2013

Zahlreiche Besucher fanden am 19. Oktober 2013 den Weg in die Domkirche St. Eberhard, um das Programm der Trossinger Musikdesign-Studierenden zu erleben. Die Studenten Benjamin Grau, Dirk Handreke, David Hill, Grischa Kursawe, Jonas Schwall und Frank Simper waren für die organisatorische und klangliche Umsetzung des Projektes auf studentischer Seite verantwortlich. Im Mittelpunkt standen dabei unterschiedliche Sichtweisen auf das Themenfeld Stille und die Frage, wie man einen Raum zu einem Musikinstrument werden lassen kann. Auf fünf verschiedenen Wegen haben sich die Musikdesigner der Frage genähert. Grundlage für alle Programmpunkte war die Untersuchung des Nachhalls der Domkirche. Mit Hilfe eines eigens für dieses Projekt geschriebenen Computerprogramms war es den Studenten möglich, die analysierten Frequenzen des Nachhalls spielbar zu machen und sie musikalisch in ihren Werken zu verwenden.

Im ersten Teil war die Komposition „Ein alter Freund“ von Jonas Schwall und Frank Simper zu hören, die sich inhaltlich an den alten Freund, die „Stille“ richtete und von den beiden Komponisten, begleitet von Klavier, Schlagzeug, Bass und Synthesizer, gesanglich umgesetzt wurde. Dem folgte die Arbeit „specular sonics“ von Benjamin Grau und Dirk Handreke. Hierbei fanden Dialog und Interaktion zwischen dem Raumklang der Domkirche und Dan Roncari am Sopransaxophon statt. Die Parameter des Raumklangs wurden über einen mit Sensoren versehenen Handschuh gesteuert und im Improvisationsspiel den abendländischen Klängen des Saxophonisten Dan Roncari gegenübergestellt. In der Performance wurde der Raum als Instrument verstanden und gespielt.

Da auch das Thema Tod mit „Stille“ assoziiert werden kann, forschten die Studenten David Hill und Grischa Kursawe im Bereich der Nahtoderfahrungen, suchten Gespräche mit Betroffenen und sammelten Zitate. Diese Beschreibungen setzten sie in einer Performance unter dem Titel „Nahtod“ mit Mitteln eines Klangstücks und mit dem Spiel auf Klangsteinen von Hannes Feßmann um. Ihm sowie Sabine Mehne vom netzwerk-nahtoderfahrung.org wird in diesem Zusammenhang ein besonderer Dank ausgesprochen. Ebenso den Sprechern Julia Repke und Benedikt Abert sowie dem Cellisten Christian Fischer, die bei diesem Stück beteiligt waren.

Im Anschluss war eine Performance mit Orgel, TamTam und Raumklang-Synthesizer zu hören. Sebastian Bartmann schuf mit „schwebende Schwere“ faszinierende und spannendende Klanglandschaften. Abschluss des 30-minütigen Programms bildete der „Ausklang“. Hier wurden die Besucher selbst in eine Klangkonzeption eingebunden und interagierten mit dem Raumklang der Domkirche.

Angeleitet und betreut wurden die Studierenden bei ihren Arbeiten durch den Studiengangsleiter Prof. Florian Käppler und den Komponisten Sebastian Bartmann.

Der Studiengang Musikdesign bedankt sich bei allen Beteiligten des Projekts. Insbesondere bei Domkapellmeister Dücker und Dekan Dr. Hermes für die erfolgreiche Kooperation sowie bei Musikdesign-Dozent Jürgen Swoboda für die technische Unterstützung.

Ein großes Dankeschön geht an die Sponsoren Fohhn Audio AG und Mildner Veranstaltungsservice.

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Dokumentation zu dem Projekt “Dantons Tod”

 

 

Die Inszenierung des Dramas „Dantons Tod“ von Georg Büchner war der Auftakt zum 26. Jazzfestival Rottweil. Zur akustischen Darstellung der Figuren entwickelten die Musikdesign-Studenten Peter Breitenbach, Anton Hendel und Ferdinand Kraut gemeinsam mit Prof. Norbert Fröhlich, Prof. Matthias Anton und Marco Timlin eine Klanginszenierung. Die Premiere des musikalischen Schauspiels am 20. April 2013 war mit 300 Besuchern im Zimmertheater Rottweil ausverkauft.

In einer Dokumentation erklären nun die Musikdesigner Peter Breitenbach und Anton Hendel, mit welchen verschiedenen Aufgaben sie in Berührung kamen. Gemeinsam mit Schülern der Erich-Hauser-Gewerbeschule Rottweil konzipierten sie eine 5x8m große Stahlwand als Bühnenelement und nutzten diese als Klangkörper. Weiterhin haben die Musikdesigner mobile Klangsysteme für die Schauspieler entwickelt und wurden in der Zusammenarbeit mit diesen gefordert. Rund um die Bühne wurde eine Klangwelt aufgebaut, die eine “elektrisierende” und “Raum ergreifende” Wirkung auf die Zuschauer hatte. (nrwz online – die multisensorische Revolution)

Dantons Tod ist ein Gemeinschaftsprojekt des Zimmertheater Rottweil 2002 e.V. in Kooperation mit der Musikhochschule Trossingen, dem Jazzfest Rottweil e.V. und der Erich-Hauser-Gewerbeschule Rottweil.

 

zimmertheater        jazzfest2            Erich-Hauser-Gewerbeschule

 

Ermöglicht wurde das Projekt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln des neu gegründeten Innovationsfond Kunst.

                       mwktransparent

„I have a dream“

Montag, 22. Juli 2013, 10.30 Uhr, Franziskaner Konzerthaus Villingen

„I have a dream – Eine musikalisch-szenische Revolution“ ist der Titel einer Veranstaltung für Jugendliche mit unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen ab 15 Jahren. Angesprochen sind bewusst Jugendliche aus allen Schularten, insbesondere auch Erziehungshilfe-, Förder- und Hauptschulen.

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Träume von Freiheit und Auflehnung gegenüber Autoritäten – diese Themen werden aufgegriffen und mit multimedialen Darstellungsformen künstlerisch überformt. Den sozusagen „revolutionsroten“ thematischen Faden, der das junge Publikum durch verschiedene Räume des Franziskaners führen wird, bilden Eigenkompositionen der Musikdesigner und Kompositionen des elektroakustischen Komponisten Luciano Berio bilden. So sind einzelne Klanginstallationen, Musik-, Video- und Tanzperformances in der Garderobe, im Kreuzgang und im Zuschauerraum des Konzerthauses geplant. Die klassische Bühnensituationen wird es jedenfalls nicht geben, vielmehr wird die Distanz zwischen Künstlern und Publikum durchbrochen – nicht zuletzt durch die ungewöhnlichen Aufführungsorte, die offenen Spielsituationen und die Einbindung jugendkultureller Performancekünste wie Beatboxing.

Die Fachbereiche Musikdesign und Music & Movement der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen kooperieren für diese Performance mit verschiedenen Gesangs- und Instrumentalklassen sowie bereits im Vorfeld der Veranstaltung mit Jugendlichen selbst. In einem vorgeschalteten Workshop-Projekt sammeln Studierende des Fachbereichs Musikdesign Originaltöne von sozial benachteiligten Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Herkunft zum Thema Freiheit, Träume, Erwartungen, Hoffnungen und Rebellion. Diese werden dann zu einer elektroakustische Sprach- und Klangkomposition verarbeitet.

Text: Elko Baumgarten (Pressereferent), Staatliche Hochschule für Musik Trossingen

Impressionen der dritten Musikdesign-Werkschau

Unter dem Motto “…Läuft” luden die Musikdesigner am 15. Juli ins Kesselhaus Trossingen. Das ehemalige Kraftwerk der Hohner AG war gut besucht und vor allem für die Auszüge aus den Projekten “Kagel” und “Performance Electrics” gab es ausgiebigen Applaus. Im Anschluss kamen alle Besucher zu Bier und Tanz zusammen. Videos zur Werkschau gibt es in Kürze hier und in unserem youtube Musikdesign-Kanal.

Vielen Dank an alle Besucher für Interesse und Neugier an der Musikdesign-Werkschau!